Intensiv­pä­da­go­gi­sche Wohn­grup­pen für Jungen

Erlebnispädagogik im Intensivpädagogischen Zentrum der Johannesburg

Die Johannesburg arbeitet am Standort Sögel auf einem sehr großzügigen Areal mit 14 Jungen, die in zwei Gruppen von insgesamt 14 Mitarbeitern betreut werden.

Das Gebäude wurde 2014 erworben und anschließend modernisiert. Die Umbauarbeiten wurden von "Aktion Mensch" bezuschusst.

Die Jungen in diesen beiden Gruppen können zwischen 6 und 21 Jahren alt sein. Alle Bewohner im Intensivpädagogischen Zentrum sind aufgrund ihres Verhaltens in Regelwohngruppen nicht förderbar und benötigen einen besonders klar strukturierten Rahmen.

Ziel des intensivpädagogischen Angebotes ist es, die Jungen in die Gesellschaft zu integrieren und somit in die Lage zu versetzen, an Schule, Ausbildung und Gemeinschaft teilzuhaben. Um eine Eingliederung der Jungen zu ermöglichen, greifen wir in unserem Angebot auf verschiedene Methoden der Sozialen Arbeit zurück.

Eine besondere inhaltliche Ausrichtung ist die Verankerung der Erlebnispädagogik in diesen Gruppen.

Für welche Zielgruppe ist die Gruppe konzipiert?

Die intensivpädagogische Wohngruppe ist ausgelegt für Jungen und männliche junge Erwachsene im Alter von 6 bis 21 Jahren, die aufgrund ihrer erheblichen Verhaltensauffälligkeiten einen besonders engen pädagogischen Rahmen benötigen. Die Verhaltensauffälligkeiten sollten primär pädagogischer Genese sein, wobei Umfang, Intensität und Verfestigung der Auffälligkeiten zunächst keine Integration in bestehende Regelgruppen zulassen.

Die Verhaltensauffälligkeiten können verschiedener Ausprägung sein:

  • unangemessenes aggressives Verhalten
  • geringe Frustrationstoleranz
  • Bindungsstörungen
  • extremes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit
  • Schul- und Leistungsverweigerung
  • delinquentes Verhalten
  • hperaktives Verhalten
  • massive Impulsdurchbrüche

Ausschlusskriterien sind:

  • geistige Behinderung
  • therapiebedürftige Suchtmittelabhängigkeit
  • akute psychische Erkrankung

Wie wird gearbeitet?

Konzeptionelle Grundlage bildet in beiden Gruppen ein Stufenplan. Durch Zielbögen, die im täglichen Gespräch reflektiert und bewertet werden, erhalten die Jungen in Einzelgesprächen jeden Abend eine klare Rückmeldung über ihr Verhalten. Die Bewertung erfolgt durch Punkte, die wiederum zu einem Stufenaufstieg oder Stufenabstieg führen. Je höher die Jungen in den Stufen aufsteigen, desto mehr Freiheiten bekommen sie. Ziel ist es, dass in der letzten Stufe die gleichen Freiheiten erarbeitet wurden, die auch in Regelgruppen vorgehalten werden, sodass der junge Mensch dann in eine Regelgruppe, betreutes Wohnen oder nach Hause entlassen werden kann.

Beide Wohngruppen arbeiten mit einem verlässlichen Tagesstrukturplan, dieser vermittelt den Bewohnern Sicherheit und Orientierung. Erlebnispädagogische Unternehmungen stärken das "Wir-Gefühl" der Gruppe und können den Jungen wieder Vertrauen in die eigenen Stärken vermitteln.

Um die jungen Menschen wieder an die Schule zu gewöhnen, haben wir die Möglichkeit in Kooperation mit unserer Pater-Petto-Schule und unseren Berufsbildenden Schulen eine hausinterne schulische Förderung anzubieten. Je nach Bedarf des Jungen wird dann schrittweise eine Eingliederung in das Schulsystem erlangt.

Bei Bedarf erhalten die Jungen psychiatrische Behandlung durch die Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Aschendorf (Kostenregelung über die Krankenkasse) sowie therapeutische Begleitung durch unseren psychologischen Dienst oder durch ortsansässige Therapeuten.

Welche pädagogischen Leitziele gibt es?

  • Vermittlung von Halt, Annahme und Orientierung
  • Gewöhnung an einen strukturierten Tagesablauf
  • Hinführung zum Schulbesuch bzw. Entwicklung einer Leistungsbereitschaft
  • Entwicklung und Stärkung von Sozial-, Sach-, und Ich-Kompetenz
  • Vermittlung eines angemessenen Verhaltensrepertoires
  • Integration in soziale Regelbezüge
  • Entwicklung von Kritikfähigkeit
  • Integration in eine Regelgruppe

Welche Freizeitangebote gibt es?

Das Gelände bietet viel Platz für naturorientierte Projekte und sportlich-spielerische Aktivitäten. Innerhalb des Hauses stehen den Jugendlichen Kicker, Billard, Tischtennis, PC- und Internetmöglichkeiten und verschiedene Werkräume zur Verfügung.

Zudem können die Freizeitangebote auf dem Gelände der Johannesburg genutzt werden: Aktivitäten in der Turnhalle und auf dem Sportplatz, Streetsports, Kletterwand, Kraftsport, Angeln, Kanu, Segeln, Musik-AG, Kunstgruppe, Billard, Darts, Disco, Tanz, Beachvolleyball.